ownCloud: Redis Cache und Transactional File Locking bei uberspace

Nach der Installation werden im Administrationsbereich von ownCloud auf dem eigenen uberspace folgende Hinweise angezeigt:

Transactional file locking is using the database as locking backend, for best performance it’s advised to configure a memcache for locking. See the documentation ↗ for more information.
Es wurde kein PHP Memory Cache konfiguriert. Konfiguriere zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit, soweit verfügbar, einen Memory Cache. Weitere Informationen finden Sie in unserer Dokumentation.

Beides lässt sich mit einigen kurzen Eingaben erledigen. Zunächst mit Putty (oder vergleichbaren Client) den eigenen uberspace kontaktieren. Im Beispiel wird davon ausgegangen, dass die ownCloud-Installation im Ordner /var/www/virtual/username/html/owncloud liegt. username und hostname sind im Zweifelsfall im Datenblatt zu finden. Zuerst wird die Cache-Datenbank Redis installiert:

test -d ~/service || uberspace-setup-svscan
uberspace-setup-redis
svc -du ~/service/redis
uberspace-install-pecl redis

Im Anschluss wird die config.php im Verzeichnis /var/www/virtual/username/html/owncloud/config/ bearbeitet.

<?php
$CONFIG = array (
 // Weitere Konfigurationsparameter sind hier ausgespart, jedoch nicht löschen!
 // Achtung: username ersetzen nicht übersehen!
  'filelocking.enabled' => 'true',
  'memcache.locking' => '\OC\Memcache\Redis',
  'memcache.local' => '\OC\Memcache\Redis',
  'redis' => array(
        'host'      => '/home/username/.redis/sock',
        'port'      => 0,
        'timeout'   => 0.0 
    ),
);

Wissenschaftskommunikation mit den Tributen von Panem

In einem kurzen Beitrag denkt Kristin Oswald über die Chancen nach Wissenschaftskommunikation mit popkulturellen Artefakten zu betreiben. Am Beispiel von Indiana Jones und den Tributen von Panem führt sie aus, wie bekannte Narrative und Stereotype Ausgangspunkt für die Kommunikation fachlicher Inhalte sein können.

[Dies] wäre beispielsweise für die Sonderausstellung “Gladiatoren. Tod und Triumph im Colosseum” [Archäologisches Museum Frankfurt] mit einem Anschluss an Die Tribute von Panem möglich gewesen […] Unbekanntere Themen der archäologischen und historischen Forschung können mit der aktiven Nutzung popkultureller Bilder aber ebenso verständlich und interessant kommuniziert und zugleich ohne erhobenen Zeigefinger das Bild einer Zunft verändert werden.

Kultur von Kindern – Kultur für Kinder

Was ein weiter Kulturbegriff bedeuten kann, wird schon in den einleitenden Worten des Artikels Kultur ist für mich…Kinderkultur – Kultur der Kinder von Helen Knauf deutlich:

Das Außengelände einer Kita. Drei Kinder haben sich an einem weitverzweigten Baum hochgehangelt und sitzen nun mit gutem Überblick etwa 2 Meter über dem Boden. Ab und an stecken sie die Köpfe zusammen oder rufen den sich nähernden anderen Kindern Befehle zu. In ihren Taschen stecken verknitterte kleine Hefte aus Tonkarton, deren Inhalt nur eingeweihte verstehen können. Es sind ihre Mitgliedsausweise für eine geheime Bande.

Im weiteren Text differenziert die Autorin zwischen Kultur für und Kultur von Kindern. Kulturelle Angebote also, die die Kinder als Adressaten Ernst nehmen. Und Kultur in denen Kinder selbst die „Rolle der eigenständig Gestaltenden, Machenden, Formenden“ einnehmen und somit eine „Kultur der Kinder“ schaffen. Müssten wir dann nicht beginnen, nicht nur in, durch und mit den Künsten die Kultur der Kinder (BKJ) zu sehen, sondern beispielsweise auch in deren intuitiver Nutzung von audiovisuellen Endgeräten?

Die Quittung von Facebook und Gmail

Die Übertragung von Daten an Internetgiganten wie Facebook oder Google bringt eine enorme Umverteilung von Wohlstand mit sich. Das ist der Gedankengang von Tim Wu beim New Yorker. mkalina verweist auf den Artikel Facebook Should Pay All Of Us in einem kurze Beitrag. Der Meilenstein von Facebook, so Tim Wu, sei wahrscheinlich nicht das soziale Netzwerk an sich, sondern eine Sammelstelle für Daten entwickelt zu haben in der Millionen von Menschen ohne großartige Gegenleistung persönliche Dinge abgeben.

The trick is that most people think they are getting a good deal out of Facebook; we think of Facebook to be “free,” and, as marketing professors explain, “consumers overreact to free.” Most people don’t feel like they are actually paying when the payment is personal data and when there is no specific sensation of having handed anything over. If you give each of your friends a hundred dollars, you might be out of money and will have a harder time buying dinner. But you can hand over your personal details or photos to one hundred merchants without feeling any poorer.

Ist das Bezahlen mit der eigenen Identität im Freundeskreis noch relativ unverfänglich, verhilft es Facebook zu einer großen Macht und letztlich zu dem Wert, an den die Aktionäre des Unternehmens fest glauben. Drei Milliarden Dollar Gewinn standen für Facebook am Ende des letzten Jahres. Tim Wu stellt fest: „It’s like a virtual Fort Knox—with a gold mine attached to it.“ Wie Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 10 finanzieren wird, ist dann wohl keine offene Frage mehr.

Zur Fortschrittlichkeit von Musik in den 1950ern: Presley vs. Stockhausen

In ihrer Forschung setzt sich die Promovendin an der LMU Julia Zupancic, mit dem Fortschrittsdenken in der Musik in den 1950er Jahren auseinander. In einem aktuellen Beitrag, fragt sie nach den Gemeinsamkeiten bzw. den Unterschieden in der Bewertung von Elvis Presley und Karlheinz Stockhausen. Auf Basis der Überlegungen des Musiktheoretikers Heinz-Klaus Metzger nähert sie sich einer Klärung, warum Stockhausens Musik als fortschrittlich, Presleys hingegen weniger fortschrittlich gesehen werden kann.

Metzger geht davon aus, dass sich der Fortschritt in der Musik durch musikalische Revolutionen vollziehe, die sozusagen »objektiv« und notwendigerweise in der Entwicklung der Musik auftreten. Ein Beispiel für eine solche Revolution wäre um 1910 das Entstehen der atonalen Musik, die das bisher gültige Ordnungssystem der Tonalität auflöse.

Aus Sicht von Metzger bricht beispielsweise die Neue Musik mit den Konventionen, vollführt sozusagen eine Revolution. In Bezug auf Elvis Presley scheint das Fortschrittskonzept von Metzger zunächst nicht anwendbar.

Metzger würde mit Blick auf die Kompositionstechnik und das verwendete Material der Songs wohl eher von einer rückschrittlichen Tendenz sprechen. […] Hier könnte man jetzt in der Argumentation stehen bleiben […] [a]ber damit scheint mir die Sache noch nicht abschließend und tiefgehend genug behandelt, denn Rock ‘n’ Roll gilt doch in seinen Anfängen – sozusagen vor seiner Kommerzialisierung – als Ausdruck einer Rebellion der Jugend gegen Konventionen und Normen, die als einengend und überkommen empfunden wurden. Zudem wird Rock ‘n’ Roll gerne auch als Revolution bezeichnet, insbesondere in Hinblick auf das Aufgreifen von Blues-Elemente und damit auf das Vermischen von als »white« und »black« angesehenen Musiktraditionen, das – so heißt es – auf die amerikanische Bürgerrechtsbewegung vorausweist und sie unterstützt.

Was nun aber der Unterschied zwischen der Rebellion von Elvis Presley und der Revolution von Karlheinz Stockhausen ist bleibt im Beitrag von Julia Zupancic als offene Frage stehen.

Datenschutzbeauftragte: Warnung vor Fitness-Apps

Die Datenschutzbeauftragte des Bundes, Andrea Voßhoff, warnt vor der Nutzung von Fitness-Apps, die gegenüber der Krankenversicherung einen gesunden Lebensstil nachweisen.

Immer mehr Krankenkassen zeigen Interesse am Einsatz derartiger Anwendungen. Allen Anwendern, die Fitness-Apps freiwillig herunterladen, rate ich, nicht unbedacht mit ihren sensiblen Gesundheitsdaten umzugehen und die kurzfristigen finanziellen Vorteile, welche die Datenoffenbarung vielleicht mit sich bringt, gegen die langfristigen Gefahren abzuwägen.

Die Gefahr besteht zunächst bei privaten Krankenversicherungen, die weniger strengen gesetzlichen Regelungen hinsichtlich Datenerhebung unterliegen. Voßhoff rät der Politik zu handeln.

Tracking im Kindergarten: Bildungsdokumentation via App

Die Idee des Trackings ist offenbar im Elementarbereich angekommen. Helen Knauf diskutiert die Frage, ob Smartphone-Apps ein hilfreicher Beitrag zur Dokumentation von Bildungsprozessen im Kindergarten sein können. Im Fokus steht dabei die Annahme eine Dokumentation in digitaler Form, könne zu einer Vereinfachung und Verbesserung dieser führen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „iKita“ wurden 266 Fachkräfte, sowie 546 Eltern aus NRW befragt. Bei den Fachkräften stößt die Dokumentation via App mit rund 60 Prozent auf Ablehnung, 20 Prozent sind unentschlossen. Bei den Eltern lehnen circa 40 Prozent eine solche ab, 15 Prozent sind unentschlossen.

Die gegenüber einer Dokumentation per App oder E-Mail positiv eingestellten Eltern erhoffen sich mehr Einblick in den Kindergartenalltag. Auf der Seite der Fachkräfte wird sich eine bessere Einbeziehung der Kinder als Vorteil versprochen.

Vier wesentliche Gegenargumente wurden von Helen Knauf herausgearbeitet: Datenschutz, Zeitkonkurrenzen, Persönlicher Kontakt und Ablenkung.

Eine Fachkraft schreibt: „[…] Diese Infos und Daten haben im Internet (z.B. via App) nichts zu suchen.“

Apps und E-Mails können demnach aus Sicht der Befragten nicht den direkten Kontakt zwischen Eltern, Erziehern und Kindern ersetzen. Eltern sehen darüber hinaus das „E-Mail schreiben“ als Konkurrenz in der Frage, wieviel Zeit noch direkt mit den Kindern verbracht werden kann.

Passend zu den Datenschutz-Bedenken einer solchen Form der Bildungsdokumentation hat sich mkalina kürzlich Gedanken über die neuen Features für Eltern und ihre Babys auf Facebook gemacht.

Urteil: Online-Zahlung muss ohne Preisgabe sensibler Daten kostenlos möglich sein

Vor vier Jahren deckten Reporter des NDR auf, dass bei der Nutzung der Bezahlmethode „Sofortüberweisung“ der Sofort GmbH „nicht nur der Kontostand abgefragt [wird], sondern auch die Kontoumsätze der vergangenen 30 Tage, ob weitere Konten beim selben Kreditinstitut vorhanden sind, Dispokredite und vorgemerkte Auslandsüberweisungen“. In einem Streit zwischen dem Bundesverband der Verbraucherzentralen und einer Tochterfirma der Deutschen Bahn urteilte das Landgericht Frankfurt nun zu Gunsten der Verbraucher, wie heise berichtet:

Die Frankfurter Richter sehen [im Einsatz von „Sofortüberweisung“ als einziges, ohne zusätzliche Gebühren nutzbares Zahlungsmittel] einen Verstoß gegen Paragraph 312 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) wonach der Verbraucher regelmäßig zumindest eine zumutbare Möglichkeit haben sollte, ohne Zusatzkosten zu bezahlen. Als Beispiel für gängige und akzeptable Möglichkeiten in dieser Hinsicht wertet das Gericht die Barzahlung, eine Zahlung mit EC-Karte, eine Überweisung oder einen Lastschrifteinzug. […] Abbuchungen über „Sofortüberweisung“ bleiben für die Richter außen vor. Sie begründen dies damit, dass der Verbraucher dafür einem Dritten sensible Kontozugangsdaten mitteilen und in den Abruf weiter Kontoinformationen einwilligen müsse.

Dementsprechend freut sich der Bundesverband der Verbraucherzentralen über seinen Erfolg.

WordPress 4.3 mit benutzerdefinierten Favicons

Seit vier Jahren gibt es unter WordPress-Entwicklern die Diskussion, wie das CMS mit Favicons umgehen soll. Ab dem anstehenden Release 4.3 soll nun die Möglichkeit bestehen im Administrationsbereich ein Favicon hochzuladen und auszuwählen. Damit endet der nicht gerade nutzerfreundliche Umweg über Child-Themes oder Plugins, der bisher das probateste Mittel zur update-sicheren Verwendung darstellte.

Geschraubt wurde außerdem am Menü-Editor. Der soll künftig im Theme Customizer, in der deutschen Sprachversion unter „Design > Anpassen“, integriert sein. Damit wird es möglich Menüs mit einer Voransicht anzupassen, bevor sie auf der Website für deren Besucher zu sehen sind. Die Beta-Version von WordPress 4.3 steht nun zum Test bereit.

Wartezimmer: Musik nicht GEMA-pflichtig

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass für Hintergrundmusik in Zahnarztpraxen keine Gebühren an Verwertungsgesellschaften zu entrichten sind. Ein Zahnarzt hatte seinen GEMA-Lizenzvertrag gekündigt und sich dabei auf eine Urteil des Europäischen Gerichtshofs berufen. Der hatte bereits 2012 über einen ähnlichen Fall in Italien geurteilt. Das Abspielen der Musik müsste „gegenüber einer unbestimmten Zahl potentieller Adressaten und recht vielen Personen“ geschehen, um eine öffentliche Aufführung zu sein. Dies sei – so der Europäische Gerichtshof, dem sich der Bundesgerichtshof mit seinem Urteil anschließt – bei laufendem Radio im Wartezimmer eines Zahnarztes nicht der Fall.