Glenn Greenwald: Why privacy matters

Glenn Greenwald erklärt in 20 Minuten, warum Privatsphäre ein Thema ist, dass jeden betrifft.

Feed-Reader: selfoss auf dem uberspace installieren

selfoss ist ein unter freier Lizenz stehender Feed-Reader vom Münchner Software-Entwickler Tobias Zeisig. Neben der Websoftware gibt es Apps für Android und iOS. Bereits vor knapp zwei Jahren wurde an dieser Stelle über selfoss berichtet. In diesem Beitrag soll es um die Installation auf einem uberspace gehen.

Zuerst mit Putty (oder vergleichbaren Client) den eigenen uberspace kontaktieren. Im Beispiel wird davon ausgegangen, dass selfoss im Ordner /var/www/virtual/username/html/selfoss installiert werden und unter f.domain.tld erreichbar sein soll. username und hostname sind im Zweifelsfall im Datenblatt zu finden. Nach dem Verbinden wechseln wir in das html-Verzeichnis und erstellen dort einen Ordner selfoss. Danach wechseln wir in diesen Ordner.

cd ~/html
mkdir selfoss
cd ~/html/selfoss

Jetzt wird selfoss heruntergeladen und danach entpackt. Dafür ggf. die URL zur aktuellsten Version anpassen.

wget http://selfoss.aditu.de/selfoss-2.12.zip
unzip selfoss-2.12.zip

Über username.hostname.uberspace.de/selfoss ist selfoss nun zu erreichen. Damit ein komfortabler Zugriff möglich ist, wird noch ein Verweis für eine Subdomain angelegt. Dazu zunächst in das Hauptverzeichnis wechseln.

cd /var/www/virtual/username/

Dann eine Verknüpfung anlegen (am Beispiel der auf uberspace hinterlegten Adresse domain.tld):

ln -s /var/www/virtual/username/html/selfoss f.domain.tld

Damit selfoss auch unter der Subdomain läuft muss die .htaccess im Ordner selfoss bearbeitet werden. Zeile 3 wird verändert von

#RewriteBase /selfoss

in

RewriteBase /

Zum Schluss wird die defaults.ini in config.ini umbenannt und einige Einstellungen sind möglich. Auf der Website des Entwicklers sind alle Konfigurationsmöglichkeiten erklärt. Fürs Erste wird die Sprache in Deutsch geändert:

language=de

Wer selfoss vor Dritten schützen will, kann unter f.domain.tld/password ein gehashtes Passwort erstellen, dass in der config.ini dann der Variable password zugeordnet wird. Das sieht dann so ähnlich wie hier aus:

username=uberspacer
password=V5MsHymHBTRTvhbab3sWX23pr3wt6hXSdAaLYn

Zum Schluss kann eine bestehende OPML-Datei aus einem anderen Feed-Reader unter f.domain.tld/opml importiert werden.

LG Heilbronn: Dashcams im Auto sind rechtsverletzende “permanente, anlasslose Überwachung”

Wie Udo Vetter berichtet, können sogenannte Dashcams im PKW bei einem Unfall nicht als Beweismittel genutzt werden. Das Landgericht Heilbronn führt in seiner Urteilsbegründung aus, dass solche Kameras das Grundrecht auf Informationelle Selbstbestimmung verletzen.

Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Ausfluss des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts umfasst das Recht am eigenen Bild und ist Ausprägung eines sich an moderne Entwicklungen anpassenden Persönlichkeitsschutzes über personenbezogene Informationen. Dem Grundrechtsträger steht hiernach die Befugnis zu, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen […].

Weiter heißt es, dass die “permanente, anlasslose Überwachung des Straßenverkehrs durch eine im Pkw installierte Dashcam” gegen das Bundesdatenschutzgesetz und das im Kunsturheberrecht konkret formulierte Recht am eigenen Bild verstoße. Im Bundesdatenschutzgesetz wird unter Anderem eine Videoüberwachung nur dann als zulässig gesehen, wenn “berechtigte Interessen” vorliegen und “keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen der Betroffenen überwiegen”. Das Landgericht sieht zwar Interessen beim Betreiber einer Dashcam, die der ungefragt gefilmten Person würden jedoch überwiegen.

Sicht eines Astronauten: Wir müssen uns verändern

Chris Hadfield, kanadischer Astronaut und bekannt für seine auf der Internationalen Raumstation aufgenommenen Version von David Bowies “Space Oddity”, formuliert bei Veritasium einige Gedanken über seinen Blick auf die Erde.

Bürgermeister fordert Breitband statt Bundesstraße

Seit den 1970er Jahren wird in Bayern darüber gestritten, ob und wenn ja wo es eine autobahnähnliche Verbindung von Regensburg nach Rosenheim braucht. Seit einigen Jahren gibt es nun die Diskussion, wie der Verlauf der B15 neu zwischen Landshut und Rosenheim aussehen solle. Verschiedene Interessengruppen sehen nicht nur die Trassenvarianten, sondern auch das Vorhaben insgesamt kritisch. Das Magazin quer des Bayerischen Rundfunks berichtet über die aktuellen Entwicklungen und spricht etwa mit einem Verkehrsexperten, der die Erfordernis einer B15n in Frage stellt.

Ein von einer der Streckenvorschläge betroffener Politiker bringt es im Gespräch mit quer auf den Punkt: Die Wirtschaft benötige Breitband und keine neue Bundesstraße. Franz Ehgartner, der Bürgermeister der zweieinhalbtausend Seelen Gemeinde Obertaufkirchen macht sich offenbar ernsthafte Gedanken über den Verkehr der Zukunft.

Sicherheitslücke öffnet Türschloss bei Fahrzeugen von BMW, Mini und Rolls Royce

Die Idee das eigene Auto mit dem Smartphone aufzusperren scheint einfach zu verlockend. Ungünstig nur, wenn dann auch Dritte in kurzer Zeit die Türen entriegeln können. Der ADAC, der die Lücke entdeckte, fordert einen Schutz nach branchenüblichen Standards und eine Zertifizierung solcher System beispielsweise durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das kann man so verstehen, als würde BMW derzeit genau das nicht tun. Betroffen sind über zwei Millionen Fahrzeuge weltweit. Die Behebung der Sicherheitslücke wird nun via Mobilfunk von BMW vorangetrieben.

Nachtrag: Die c’t hat nun einen detailierten Artikel zu den Sicherheitsproblemen veröffentlicht.

Kameraattrappe schränkt Persönlichkeitsrecht ein

Das Amtsgericht Frankfurt/Main stellt in einem aktuellen Urteil zur Videoüberwachung fest, dass auch Kameraattrappen einen “Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht” darstellen. Ein Mieter hatte gegen seinen Vermieter geklagt. Das Gericht sieht die allgemeine Handlungsfähigkeit des Mieters und seiner Besucher beeinträchtigt.

BR-Feature zu fehlendem Nutzen von Videoüberwachung

Videoüberwachung verhindert keine Gewaltverbrechen. Das sieht auch Thomas Petri so. Der Bayerische Landesbeauftragte für Datenschutz formuliert diese Expertise in einem Interview mit dem BR. Ihm sei keine entsprechende Studie bekannt, die das belegen könne. Der Interviewausschnitt ist Teil eines Multimedia-Features mit dem Titel “Unter Beobachtung – wie Überwachungskameras unser Leben ausspähen“, dass der BR im November 2014 veröffentlicht hat.

Thematisiert wird außerdem die Frage, ob die Videoüberwachung zur Aufklärung von Verbrechen nütze. Das Bundesinnenministerium erklärt auf Anfrage des BR, dass die Aufklärungsquote an Bahnhöfe mit Hilfe von Videokameras bei unter einem Prozent liege. Besprochen wird im Feature auch die unzulässige Videoüberwachung in bayerischen Schulen.

Studie: Ständige Bewertung auf Basis persönlicher Daten in der Überwachungsgesellschaft

Das Institut für kritische digitale Kultur Cracked Labs aus Wien hat im November 2014 eine Studie zum Thema Online Tracking und Big Data veröffentlicht. Sie bespricht zahlreiche Einsatzgebiete von Datenerfassung und -verarbeitung. Es wird deutlich, dass bei Google, Facebook & Co erhobene Daten nicht nur zur Vermarktung und in der Werbeindustrie eine Rolle spielen. Aufgrund von Nutzungsverhalten werden umfangreiche Personenprofile angelegt, die beispielsweise auch im Versicherungswesen und in der Personalwirtschaft verwertet werden.

Sogar das Surfverhalten auf der Website oder die Art, wie der Online-Kreditantrag ausgefüllt wird, fließen [bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit] ein – und die Häufigkeit der Nutzung der Löschtaste. […] [Bei der Bewertung von Bewerbern] fließen die Daten von inzwischen drei Millionen Personen ein – von Beschäftigungshistorie und Arbeitsleistung bis zur Anzahl der „Social Media“-Accounts oder dem benutzten Browser bei der Online-Bewerbung.

Konkrete Folgen von Datenerfassung und deren Verarbeitung lassen sich auch beim Einkauf über das Internet feststellen. Je nachdem, welches Endgerät von welchem Hersteller ein Kunde nutze, kann es zu Preisunterschieden in Online-Shops bis zum 166 Prozent kommen.

Beim Online-Reisebuchungsportal Orbitz wurde bei Nutzung eines Mac-Computers eine Auswahl von um bis zu 13% teurerer Hotels angeboten als mit einem PC. KonsumentInnen haben bei derartigen Praktiken keine Chance mehr, zu verstehen, wie ihr individueller Preis oder die Auswahl der ihnen angebotenen Produkte zustande kommen.

Die Studie stellt fest, dass eine “Überwachungsgesellschaft Realität geworden ist, in der die Bevölkerung ständig auf Basis persönlicher Daten bewertet, klassifiziert und sortiert wird.” Für den Einzelnen sei es hingegen nicht nachvollziehbar welche Daten, aus welcher Quelle für was verwendet werden.

Abgesehen von Fehlern bei der Erfassung der gesammelten Daten können Fehler in den Prognosemodellen und damit falsche Schlussfolgerungen massive negative Auswirkungen auf Einzelne haben. Big Data ist weit von wirklicher Objektivität oder Zuverlässigkeit entfernt. Die Prognosen sind prinzipiell unscharf, da sie auf Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten beruhen. Wer beispielsweise die falschen Personen kennt, im falschen Bezirk wohnt oder sich in der Smartphone-App „falsch“ verhält, wird in einer bestimmten Art und Weise klassifiziert und muss die Konsequenzen tragen, ohne Einfluss darauf zu haben. Auch eine Verweigerung […] kann Konsequenzen haben: Wenn keine oder zu wenige Daten über eine Person vorhanden sind, schätzt ein Unternehmen das Risiko für eine Kundenbeziehung unter Umständen prinzipiell als zu hoch ein.

Die Studie fordert deswegen unter Anderem eine dringend notwendige Europäische Datenschutzverordnung und mehr Transparenz bei Datenerfassung und -verrbeitung. Notwendig sei außerdem eine “Stärkung von digitaler Zivilgesellschaft” und “digitaler Kompetenz […] [im] Umgang mit den eigenen persönlichen Daten”. Die Studie „Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag“ kann als Kurzfassung und vollständig heruntergeladen werden.

Holodeck: Mit Smartphones in der Lagerhalle in die virtuelle Realität

Das Holodeck ermöglichte im Fernseh-Kontinuum von Star Trek den spielenden Wechsel in vergangene Zeite oder außergewöhnliche Situationen. Mithilfe von Smartphones und einer Lagerhalle gehen nun Wissenschaftler in Nürnberg einen weiteren Schritt in die virtuelle Realität.

In einer Forschungshalle kann man sich auf 1400 Quadratmetern frei durch die virtuelle Realität bewegen. Während die Holodeck-Besucher günstige Smartphone-Virtual-Reality-Gestelle auf dem Kopf tragen, werden alle Bewegungen in der echten Welt in die virtuelle Welt umgesetzt.

14 Antennen erfassen dabei die Position der Person, die sich durch die Halle bewegt. Details finden sich bei heise.