Schlagwort: Open Source

Feed-Reader: selfoss auf dem uberspace installieren

selfoss ist ein unter freier Lizenz stehender Feed-Reader vom Münchner Software-Entwickler Tobias Zeisig. Neben der Websoftware gibt es Apps für Android und iOS. Bereits vor knapp zwei Jahren wurde an dieser Stelle über selfoss berichtet. In diesem Beitrag soll es um die Installation auf einem uberspace gehen.

Zuerst mit Putty (oder vergleichbaren Client) den eigenen uberspace kontaktieren. Im Beispiel wird davon ausgegangen, dass selfoss im Ordner /var/www/virtual/username/html/selfoss installiert werden und unter f.domain.tld erreichbar sein soll. username und hostname sind im Zweifelsfall im Datenblatt zu finden. Nach dem Verbinden wechseln wir in das html-Verzeichnis und erstellen dort einen Ordner selfoss. Danach wechseln wir in diesen Ordner.

cd ~/html
mkdir selfoss
cd ~/html/selfoss

Jetzt wird selfoss heruntergeladen und danach entpackt. Dafür ggf. die URL zur aktuellsten Version anpassen.

wget http://selfoss.aditu.de/selfoss-2.12.zip
unzip selfoss-2.12.zip

Über username.hostname.uberspace.de/selfoss ist selfoss nun zu erreichen. Damit ein komfortabler Zugriff möglich ist, wird noch ein Verweis für eine Subdomain angelegt. Dazu zunächst in das Hauptverzeichnis wechseln.

cd /var/www/virtual/username/

Dann eine Verknüpfung anlegen (am Beispiel der auf uberspace hinterlegten Adresse domain.tld):

ln -s /var/www/virtual/username/html/selfoss f.domain.tld

Damit selfoss auch unter der Subdomain läuft muss die .htaccess im Ordner selfoss bearbeitet werden. Zeile 3 wird verändert von

#RewriteBase /selfoss

in

RewriteBase /

Zum Schluss wird die defaults.ini in config.ini umbenannt und einige Einstellungen sind möglich. Auf der Website des Entwicklers sind alle Konfigurationsmöglichkeiten erklärt. Fürs Erste wird die Sprache in Deutsch geändert:

language=de

Wer selfoss vor Dritten schützen will, kann unter f.domain.tld/password ein gehashtes Passwort erstellen, dass in der config.ini dann der Variable password zugeordnet wird. Das sieht dann so ähnlich wie hier aus:

username=uberspacer
password=V5MsHymHBTRTvhbab3sWX23pr3wt6hXSdAaLYn

Zum Schluss kann eine bestehende OPML-Datei aus einem anderen Feed-Reader unter f.domain.tld/opml importiert werden.

OpenSource-Film: „Der Geist der Biker“ unter CreativeCommons-Lizenz veröffentlicht

Das Leipziger Kreativkollektiv VEB Film rund um den Filmemacher Stefan Kluge hat heute seinen dritten Film unter CreativeCommons-Lizenz veröffentlicht. Diesmal hat es nicht weniger als fünf Jahre von der Ankündigung zum OpenSource-Release gedauert. Das 63minütige Roadmovie führt nach Russland.

Die abenteuerliche Reise des Dresdner Motorradclubs Metern durch das religiöse Herz Russlands, auf der Mission, ihre Maschinen vom legendären Motorrad-Priester des Black Bears Yaroslavl Motorradclubs segnen zu lassen. Sächsischer Humor und russische Gastfreundschaft vor der Kulisse der schönsten orthodoxen Klöster Russlands. Ein 63 Minuten-Gonzo-Dokumentarfilm über den universellen Geist der Biker.

Der Geist der Biker“ kann gestreamt oder heruntergeladen werden. Ebenso stehen Quelldateien bei archive.org bereit.

Wem gehört die Wikipedia?

In der aktuellen Diskussion um den neuen Medienbetrachter in der deutschsprachigen Wikipedia kam es zu einer Machtprobe zwischen von Autoren gewählten Administratoren und der Betreiberin der Wissensplattform, der Wikimedia Foundation (WMF). Ein Meinungsbild hatte ergeben, dass sich 190 von 262 teilnehmenden Nutzern für eine standardmässige Abschaltung der neuen Funktion aussprechen. Nach Feststellung dieses Ergebnisses meldete sich Fabrice Florin, Produktmanager bei der WMF zu Wort und verkündete, dass diesem Wunsch nicht nachgekommen werde. Seitdem versteift sich die Diskussion darauf, dass das Ergebnis des Meinungsbildes umzusetzen sei. Ein neues Meinungsbild, dass den Mitarbeitern der WMF die übergeordneten Rechte entziehen soll, findet innerhalb kürzester Zeit viele Unterstützer.

Kern des aktuellen Konflikts zwischen einigen Autoren in der deutschsprachigen Wikipedia und der WMF ist aber nicht die Frage nach der Qualität oder der Funktion des Medienbetrachters. Vielmehr geht es darum, wer in der Wikipedia das letzte Wort hat. Der Konflikt ist im Bereich der Open Source-Bewegung nichts Neues. Regelmäßig kommt es zu Forks oder Projektausstiegen, weil sich Mitwirkende uneinig sind. Prominentes Beispiel ist die Aufspaltung der freien Bürosoftware in OpenOffice und LibreOffice. Auch hier gab es Uneinigkeit zwischen ehrenamtlich Mitarbeitenden und der Firma Oracle die die Namensrechte besaß. In der Geschichte der Wikipedia gab es bereits mehrfach den Schritt zum Fork, so beispielsweise in der spanischen oder auch der deutschsprachigen Wikipedia, wie z. B. das Projekt PlusPedia.

Open Source bzw. Open Content (in der Wikipedia) funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Beteiligte lizensieren das Ergebnis ihrer eingebrachten Arbeitskraft in einer Form, die Verbreitung, Vervielfältigung, Nutzung und Weiterverarbeitung ermöglicht. Dabei gibt es verschiedene Philosophien, doch das Grundprinzip bleibt immer gleich. Bezogen auf die Wikipedia verschenken die Urheber von Texten das Recht diese beliebig zu vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen, sowie gestatten die Bearbeitung der Inhalte. Dezidiert liest sich das in den Nutzungsbedingungen so:

Wobei Ihnen [beim Beitragen zum Projekt bzw. der Bearbeitung von Inhalten] Folgendes bewusst ist: Sie stellen Ihre Beiträge unter einer freien Lizenz ein – Sie müssen Beiträge und Bearbeitungen, die Sie auf einer unserer Seiten oder in einem unserer Projekte einbringen, grundsätzlich einer freien und offenen Lizenz unterstellen (außer Ihr Beitrag ist gemeinfrei).

Anders liese sich ein Projekt wie die Wikipedia auch gar nicht betreiben. Die Betreiberin, hier die Wikimedia Foundation, würde mit der Bereitstellung der Artikel permanent Urheberrechtsverletzungen begehen, weil sie unmöglich die Rechte bei jedem einzelnen Nutzer einholen kann. Ähnlich funktionieren übrigens auch dezidiert soziale Netzwerke. In diesem Punkt sind sich die Nutzungsbedingungen von Facebook und der Wikipedia gar nicht so fremd.

Wem gehört also die Wikipedia um auf die Frage dieses Artikels zu kommen? Ideell und ein wenig philosophisch betrachtet der Menschheit, die gemeinsam Wissen sammelt und rezipiert. Die Inhalte sind frei. Der Name und die (meiste) Infrastruktur – dazu gehört neben den Servern etwa auch die Rechtsvertretung – in der sie betrieben wird der Wikimedia Foundation (WMF). Solange sich Autoren unter diesem Namen und auf diesen Servern tummeln und dort gemeinsam Wissen sammeln, geschieht das zu den Regeln der WMF.

Um das zu pointieren: In den Anfangsjahren der Wikipedia wurde kontrovers über die Finanzierung der Infrastruktur durch Werbeanzeigen diskutiert. Auch wenn diese Frage zur Zeit vom Tisch ist und die Strukturen der Foundation dies mittlerweile erschweren würden. Es ist nicht vollständig undenkbar das die WMF Werbeanzeigen zur Finanzierung der Infrastruktur einführt, insbesondere wenn das Fundraising irgendwann nicht mehr so erfolgreich verläuft wie derzeit. Die Autoren, die die Regeln der Mitarbeit in der Wikipedia mit ihren Beiträgen dort akzeptieren, müssten sich damit abfinden.

Doch der Fork – wenn auch bei der Stellung der Wikipedia ein äußerst herausforderndes Unterfangen – wäre nicht weit und so ist es letztendlich wie in jedem größeren Open-Source-Projekt: Es gibt einen ständigen Aushandlungsprozess zwischen den Betreibern und denen, die einen Beitrag leisten. Diesem wird sich auch die aktuelle Debatte um Medienbetrachter und „superprotect“-Rechte stellen müssen.

Open Source Webmail-Software: Erste Beta von Mailpile

Mailpile könnte der nächste große Fang im Bereich der OpenSource-Webmail-Software sein. Vom derzeitigen Platzhirsch roundcube unterscheidet sich Mailpile im Wesentlichen durch eine nativ integrierte Verschlüsselung per OpenPGP und einer Oberfläche, die von der Nutzbarkeit her an zeitgemäße Webmailanwendungen wie GoogleMail angelehnt ist. Kurzum: Wer bisher von GoogleMail wegen der Oberfläche und Funktionalität nicht wegkommt und schon immer seine selbstgehosteten E-Mails über eine adäquate OpenSource-Lösung verwalten wollte, könnte mit dem über Crowdfunding finanzierten Projekt die Nadel im Heuhaufen finden.

In den kommenden Tagen soll nun – nachdem der Quellcode schon seit Projektstart verfügbar ist – die erste Betaversion veröffentlicht werden. Damit sind die isländischen Entwickler, die diese für den Spätsommer 2014 angekündigt hatten, im Zeitplan. Mailpile – momentan noch in der Alpha-Version – kann übrigens live in einer Demo ausprobiert werden.

ownCloud 7.0.1 veröffentlicht

Nur etwa zwei Wochen nach der Veröffentlichung des letzten großen Versionssprungs bei ownCloud, schieben die Entwicklet nun erste Verbesserungen hinterher. Version 7.0.1 bringt die Behebung verschiedener Fehlfunktionen mit sich. Das Update ist mit der Datei unter https://download.owncloud.org/community/owncloud-7.0.1.tar.bz2 (z.B. auf dem uberspace) möglich.

ownCloud 7: Verbesserungen bei Dateisharing

Soeben wurde Version 7 von ownCloud veröffentlicht. Unter Anderem wurde das Dateisharing-Konzept gründlich verbessert. So ist es nun möglich Dateien zwischen zwei unabhängig von einander operierenden ownClouds zu teilen. Eine Auswahl der weiteren Änderungen und Verbesserungen:

  • Verbesserung der Dateiansicht und Responsives Interface für Tablets und Mobiltelefone
  • Neben ODT-Dateien können nun auch DOC-Dateien online bearbeitet werden
  • Erweiterung der Datei- und Ordner-Benachrichtigungen etwa beim Teilen eines Ordners
  • Verbesserung der Nutzerverwaltung und leicht veränderbare E-Mail-Templates
http://www.youtube.com/watch?v=xA3tfBTvH0c

ownCloud 6.0.2 veröffentlicht

Die Version 6.0.2 der freien Websoftware ownCloud wurde veröffentlicht. Neben einigen Sicherheits- und Funktionsfixes, wurde die Performance des Papierkorbs verbessert. Mit der Datei unter http://download.owncloud.org/community/owncloud-6.0.2.tar.bz2 kann ein Update (z.B. auf dem eigenen uberspace) oder eine Neuinstallation durchgeführt werden.

ownCloud Client 1.5.1 veröffentlicht

Der ownCloud Client hat eine Aktualisierung erfahren. Mit der Version 1.5.1 werden einige Fehlfunktionen repariert. Außerdem wird ein automatischer Updater eingeführt, der die Software künftig aktuell halten soll. Bisher erhielten Nutzer bei der Verfügbarkeit neuer Versionen eine Nachricht und mussten dann die Installationsdatei von Hand von der ownCloud-Website herunterladen. Die neue Funktion lässt sich auch deaktivieren.

ownCloud: Standard App nach Login festlegen

ownCloud ermöglicht die standardmäßige Ansicht der Dateien nach der Anmeldung durch eine App zu ersetzen. Dazu muss die config.php im Ordner config um Folgendes ergänzt werden:

$CONFIG = array (
 // Hier stehen weitere Einstellungen, wie etwa die Zugangsdaten zur Datenbank
 'defaultapp' => 'roundcube',
);

Im obigen Beispiel wird die Roundcube-Mail-App anstelle der Dateiübersicht angezeigt. Mit diversen Apps sollte dies funktionieren, mit der News-App funktioniert es leider von Hause aus noch nicht.