Das Redesign im sozialen Doppel-Netzwerk studiVZ/meinVZ ist vielleicht gut gemeint, aber gut ist es meiner Ansicht nach nicht. Besonders nach Betreten des Netzwerkes kommt es einem so vor, als hätte die Gestaltungsabteilung der VZs mit etwas begonnen und mitten drinnen beschlossen, sich jetzt doch lieber etwas Anderem zu widmen. Zwei Farbverläufe und ein paar 3D-Effekte machen aus einem alten Design kein neues. Und sollte es um eine Nachbesserung gegangen sein, dann ist die meiner Meinung nach wenig effektiv und ohne Mehrwert. Warum etwa wird nicht gleich die Login-Box auch als durchgängiges Gestaltungselement für die Hauptnavigation verwendet? Warum gibt es jetzt auf der Startseite (unangemeldet) Zufallsbilder aus irgendeiner Bilddatenbank und der Stil gezeichneter Figuren und Symbolbilder, der im restlichen Netzwerk (angemeldet) noch existiert gebrochen? Nur ein Kompliment bleibt zum Schluss: studiVZ liefert – bis auf einen, so nehme ich an, kleinen Tippfehler – valides XHTML.
Beiträge mit dem Schlagwort netzgeschehen
Es gibt nicht DIE Blogger!
Sonntag, den 27. September 2009Genauso wenig wie es nicht die
- Zu-Fuß-Geher
- Fahrradfahrer
- Autofahrer
- Männer
- Frauen
- Kinder
- Erwachsene
- Senioren
- Internetnutzer
- Telefonnutzer
- Briefpostnutzer
- Unpolitischen
- Zur-Wahl-Geher
- Politiker
- Europäer
- Amerikaner
- Afrikaner
- Asiaten
- Dünnen
- Dicken
- Armen
- Reichen
- Pflanzen
- Tiere
- Menschen
gibt. Mag sein, es gibt überall Gruppen, Ansammlungen, Häufungen – aber die gibt es nicht.
Musste endlich mal gesagt werden.
Loriot auf YouTube – Eine verpasste Chance
Montag, den 7. September 2009Loriot, die Kunstfigur und alle seine Auswüchse seines Erschaffers Vicco von Bülow, ist nun offiziell auf der Videoplattform YouTube vertreten. Den Anhänger klassischer, deutscher Comedy, auch wenn es zur Hochzeit Loritos das Wort hierzulande noch nicht gab, wird das zunächst freuen, die Sketches und Szenen in bester Qualität vorzufinden. Doch das Studio Hamburg, dass für die Veröffentlichung verantwortlich ist und die Rechte an den Videos hält, hat eine Chance verpasst. “Rund um die Uhr und in bester Bild- und Tonqualität.” seien diese jetzt verfügbar, doch, und da ist der Haken, nur als Ausschnitte. Wer Loriot in voller Länge sehen will, der muss dafür bezahlen. Ein Link zur Plattform iTunes wird gleich auf jeder Seite des offiziellen Kanals mitgeliefert. Schade eigentlich, war doch Monty Python im November 2008 mit gutem Beispiel vorran gegangen: In voller Länge wurden zahlreiche Videos zu Verfügung gestellt um kommerziell zu profitieren. Und es zahlte sich aus. Python konnte seine DVD-Verkäufe über das Internetversandhaus amazon um 23.000 Prozent steigern. Richtig, nicht 23, sondern 23.000. Da können die Rechteverwerter seines deutschen Kollegen noch etwas lernen.
Tagesschau startet neue “Web 2.0 Plattform”
Mittwoch, den 22. Juli 2009Internetforen sind die Urgesteine der nutzergenerierten Inhalte im Internet. Viele Internetforen sind auch in Zeiten von StudiVZ, Twitter und Facebook noch immer wichtige Kommunikations- und Diskussionsorte im immer schnelllebigeren Internet. Die Tagesschau sieht das nicht so, zieht auf tagesschau.de die Konsequenz und schließt das komplette Forenangebot, wohl aus zwei Gründen: Zum Einen war das Angebot – meiner unreflektierten Beobachtung nach – eher mäßig genutzt, zum anderen wollen die Medienmacher der ARD wohl nicht den Anschluss verlieren und gehen konsequent vor. Unter meta.tagesschau.de soll eine neue Diskussionsplattform entstehen, die unmittelbar mit den Inhalten der Nachrichtenplattform verknüpft ist. Eine Frage stellt sich dabei dann schon: Wenn die Inhalte von tagesschau.de dank dem Rundfunkstaatsvertrag nur sieben Tage verfügbar sein sollen können Diskussionen auch kaum länger andauern. Oder sollen die Nutzer der neuen Plattform über Inhalte im Google Cache diskutieren?
Aus dem Netzgeschehen in den Werbespot
Mittwoch, den 8. Juli 2009Wer will es Sascha Lobo verdenken? Als eines der Gesichter der neuen Vodafone-Kampagne “Es ist deine Zeit” betritt mit ihm ein, wenn nicht der Vertreter der “Digitalen Bohéme” die Werbelandschaft. Wer will es ihm also verdenken, schließlich ist das, was er dort tut sein Job: Selbstvermarktung. Klar, ein Blogger als Werbefigur einer “Heuschrecke”, der Aufschrei ist zumindest teilweise zu lesen und zu sehen. Auch Robert Basic und Ute Hamelmann – alias Schnutinger – sind mit von der Partie und während ich mir den Spot zur Kampagne so betrachte frage ich mich, wer wohl hier einen größeren Gewinn davon zieht. Vodafones Image, oder die Herren und die Dame aus der deutschen Bloglandschaft?
ZAPP: Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet
Donnerstag, den 21. Mai 2009Das NDR-Medienmagazin Zapp hat die Geschehnisse in Netz- und Realwelt der letzten Tage und Wochen im Bezug auf Internetzensur aufgearbeitet.
[via]
Live über den Eurovision Songcontest 2009 in Moskau
Samstag, den 16. Mai 2009Heute Abend gibt es hier einen Liveblog über den Eurovision Songcontest. Viel Spaß!
Internetzensur geht jeden an!
Montag, den 4. Mai 2009Gründe bei dieser Petition zu unterschreiben, lassen sich im Netz zuhauf finden. Kurz und einfach zusammengefasst geht es darum, dass künftig das BKA alleine bestimmt, welche Website in Deutschland erreichbar sein soll und welche nicht. Ein sehr informatives Dossier zur Debatte gibt es beispielsweise bei heise online. Es ist es wert, die Anmeldeprozedur vor der Petition zu überwinden und seine Stimme abzugeben!
DNS-Sperren umgehen einfach erklärt
Montag, den 27. April 2009Die Funktionsweise von DNS-Sperren und das einfache Umgehen derselben so erklärt, dass jeder sie versteht:
Rob Vegas ist @BonitoTV
Mittwoch, den 22. April 2009Rob Vegas, der beim Videoportal sevenload mit seiner “Mindtime Online Show” wöchentlich “gegen alle großen Sender” antrat, war einige Zeit von der Bildfläche verschwunden. 145 Folgen hatte er durchgehalten und verabschiedete sich schließlich von den Netzzuschauern. Jetzt ist er zurück und veröffentlichte heute, dass er hinter dem Twitter-Namen BonitoTV steht, der seit Februar von den Medien als einer der besten realen Promi-Accounts gefeiert wurde. Harald Schmidt twitterte also – der Annahme nach – höchst persönlich. Nach der Guttenberg-Geschichte auf Wikipedia wieder mal ein Beweis, wie wenig wirklich recherchiert, sondern einfach nur geschrieben wird. Aber zurück zu Rob Vegas: Hinter seinem Twitter-Engagement für Harald Schmidt steckt natürlich mehr – er will an seine Seite und endlich ins “richtige” Fernsehen. Das ihm das wie Katrin Bauerfeind – ehemals Videocast “Ehrensenf“, jetzt bei 3Sat – gelingt, ist ihm zu wünschen. Viele alte Folgen der “Mindtime Show” sind übrigens noch hier auf metafakten zu finden, da ich diese damals aus meinem 42_medialog hierher mitgenommen habe.
Update: DWDL hat Rob Vegas zur Aktion interviewt.
Ein ? für Blogs – Ein Herz für Blogs
Dienstag, den 21. April 2009Ein Herz für Blogs haben heute schon einige Autoren im deutschsprachigen Netzgeschehen gezeigt. Kai Müller (stylespion) hat aufgerufen und da bin ich auch gerne dabei. Hier ein paar Herzen hinaus in die Blogwelt:
- Delphine Hauen – Der Titel des Blogs zieht sich sehr schön durch die ganze Website. Außerdem gefällt mit, dass die Beiträge oft knapp und konkret gehalten sind.
- Zettel & Zitate – Michael Kunze, ein bekannter Musical-Autor, veröffentlicht täglich ein paar Worte, oft im Bezug auf Musik und die Bühne, aber auch aus dem Bereich Gesellschaft.
- Webwork-Tools - Immer wieder mal ist da was dabei, was wirklich nützlich ist und mir bisher unbekannt war.
- Plagiat.ch – Eine visuelle Sammlung von Plagiaten, die immer wieder Verblüffendes in den Feedreader liefert.
YouTube startet Movie Channel
Montag, den 20. April 2009Es ist soweit. YouTube mausert sich weiter von der nutzergenerierten Online-Community zu einer Medienplattform, die durch Unternehmen der Film- und Fernsehbranche gefüttert wird. Hatten sich zuletzt ARD und ZDF sich mit ihren Inhalten in das unentdeckte Land gewagt, wurde vor einigen Tagen der YouTube Movie Channel gestartet. Mit “Supersize Me” steht beispielsweise zum Ansehen bereit, aber nicht alle Filme sind in Deutschland verfügbar. “Cliffhanger” mit Sylvester Stallone ist zum Beispiel nicht zugänglich. Aber ein Anfang ist das Ganze ja schon einmal.
Was die öffentlich-rechtlichen im Internet noch lernen könnten – und was sie schon können
Donnerstag, den 5. März 2009Mit großer Freude nehme ich wahr, dass die öffentlich-rechtlichen Sender sich immer weiter auch mit ihrem Bewegtbildern in das Internet wagen. Vor bald einem Jahr haben sie das Experiment gewagt, über Zattoo ihre Inhalte live zu senden. Nach dem ZDF hat nun auch die ARD schon bald ein Jahr eine Mediathek. Immer mehr Inhalte werden – besonders von den Dritten Programmen oder Radiosender – auch als Podcast zur Verfügung gestellt. Doch Zattoo sollte kein Experiment bleiben. Derzeit läuft das Streamingangebot in einer Testphase noch bis zum 1. April. Ob danach der Bildschirm schwarz bleibt ist noch offen. Eine Weiterführung wäre erfreulich.
Der NDR hat es mit seinem Satire-Format “Extra3″ vorgemacht: Brauchbare Lizenzen für die Netzkultur sind möglich. Mediale Inhalte wachsen durch Remixe und Mash-Ups. Schön, wenn das wie im Fall von Extra3 mit eine Creative Commons Lizenz möglich ist, wie es beispielsweise neben diesem Beitrag auf YouTube zu lesen ist. Die ARD hat sich nun nach dem ZDF auch auf die Videoplattform YouTube getraut. Ein kleiner Fortschritt – ein größerer wäre noch mehr Inhalte zum legalen Remix zu lizenzieren und die Inhalte auch einbindbar zu veröffentlichen. Wird sich ein Blogger wohl für einen Schmidt&Pocher-Mitschnitt entscheiden den ein YouTube-Nutzer zum einbinden eingestellt hat, oder den der ARD, bei dem dies nicht möglich ist? Klar, keiner will, dass kommerzielle Medienanbieter mit gebührenfinanzierte Geld machen können, aber so ein Klick auf ein Video bringt auch allerhand Klicks auf verwandte Videos auf der Plattform mit sich.
Aber es gibt auch weitere Lichtblicke im Umgang der öffentlich-rechtlichen mit dem Netz. “Bauerfeind” ist eine neue Sendung mit der ehemaligen Video-Podcasterin (Ehrensenf) Katrin Bauerfeind auf 3Sat. Unter dem Titel “Popkulturmagazin” wird hier schon mal Twitter zum Thema und auch der “Elektrische Reporter” von Mario Sixtus hat nun im ZDF ein zu Hause gefunden. Die öffentlich-rechtliche gehen also nicht nur ins Internet, sie nehmen es auch auf. Vielleicht nicht immer ganz authentisch – manchmal ist es schon ein wenig befremdend soziale Netzwerke in Nachrichtensendungen zu sehen – aber mit zunehmender Motivation.
Vielleicht waren das jetzt nicht alle Seiten der Medaille, vielleicht habe ich etwas vergessen, aber: Das musste einfach mal gesagt haben, bevor ich bald den nächsten Beitrag über zu hohe Gebühren oder schreckliches Programm lese.
Thorsten Schäfer-Gümbel Song
Mittwoch, den 7. Januar 2009Thorsten Schäfer-Gümbel, seineszeichens SPD-Spitzenkandidat in Hessen, scheint durch seine Internetaktivitäten eine hohe Akzeptanz im Netzgeschehen zu erreichen. Mit Robert Basic gibts demnächst ein Twitter-Interview und “der andere Rob” (Vegas) hat einen Song im Stil von Obama Girl produziert.
Pressefreiheitsreport 2008 von Reporter Ohne Grenzen
Dienstag, den 30. Dezember 2008Die Journalistenvereinigung “Reporter Ohne Grenzen” hat ihren Jahresbericht zum Thema Pressefreiheit veröffentlicht. Darin wird deutlich, dass die Zensur und Unterdrückung von journalistischen Inhalten im Internet eine immer größere Rolle spielt. Erstmals, so der Report, sei ein Blogger getötet worden. Zwar haben sich einige Zahlen verbessert, so sind in diesem Jahr 27 Journalisten weniger aufgrund ihrer Tätigkeit ermordet worden, doch seien die vorliegenden Zahlen weiterhin alarmierend. Der wachsende Einfluß des Internets habe nach Einschätzung der Organisation dazu geführt, dass auch immer mehr Verfolgung und Zensur in diesem Bereich geschieht. Krisenherde seien hier besonders der Nahe Osten und China.




