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Studie: Ständige Bewertung auf Basis persönlicher Daten in der Überwachungsgesellschaft

Das Institut für kritische digitale Kultur Cracked Labs aus Wien hat im November 2014 eine Studie zum Thema Online Tracking und Big Data veröffentlicht. Sie bespricht zahlreiche Einsatzgebiete von Datenerfassung und -verarbeitung. Es wird deutlich, dass bei Google, Facebook & Co erhobene Daten nicht nur zur Vermarktung und in der Werbeindustrie eine Rolle spielen. Aufgrund von Nutzungsverhalten werden umfangreiche Personenprofile angelegt, die beispielsweise auch im Versicherungswesen und in der Personalwirtschaft verwertet werden.

Sogar das Surfverhalten auf der Website oder die Art, wie der Online-Kreditantrag ausgefüllt wird, fließen [bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit] ein – und die Häufigkeit der Nutzung der Löschtaste. […] [Bei der Bewertung von Bewerbern] fließen die Daten von inzwischen drei Millionen Personen ein – von Beschäftigungshistorie und Arbeitsleistung bis zur Anzahl der „Social Media“-Accounts oder dem benutzten Browser bei der Online-Bewerbung.

Konkrete Folgen von Datenerfassung und deren Verarbeitung lassen sich auch beim Einkauf über das Internet feststellen. Je nachdem, welches Endgerät von welchem Hersteller ein Kunde nutze, kann es zu Preisunterschieden in Online-Shops bis zum 166 Prozent kommen.

Beim Online-Reisebuchungsportal Orbitz wurde bei Nutzung eines Mac-Computers eine Auswahl von um bis zu 13% teurerer Hotels angeboten als mit einem PC. KonsumentInnen haben bei derartigen Praktiken keine Chance mehr, zu verstehen, wie ihr individueller Preis oder die Auswahl der ihnen angebotenen Produkte zustande kommen.

Die Studie stellt fest, dass eine „Überwachungsgesellschaft Realität geworden ist, in der die Bevölkerung ständig auf Basis persönlicher Daten bewertet, klassifiziert und sortiert wird.“ Für den Einzelnen sei es hingegen nicht nachvollziehbar welche Daten, aus welcher Quelle für was verwendet werden.

Abgesehen von Fehlern bei der Erfassung der gesammelten Daten können Fehler in den Prognosemodellen und damit falsche Schlussfolgerungen massive negative Auswirkungen auf Einzelne haben. Big Data ist weit von wirklicher Objektivität oder Zuverlässigkeit entfernt. Die Prognosen sind prinzipiell unscharf, da sie auf Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten beruhen. Wer beispielsweise die falschen Personen kennt, im falschen Bezirk wohnt oder sich in der Smartphone-App „falsch“ verhält, wird in einer bestimmten Art und Weise klassifiziert und muss die Konsequenzen tragen, ohne Einfluss darauf zu haben. Auch eine Verweigerung […] kann Konsequenzen haben: Wenn keine oder zu wenige Daten über eine Person vorhanden sind, schätzt ein Unternehmen das Risiko für eine Kundenbeziehung unter Umständen prinzipiell als zu hoch ein.

Die Studie fordert deswegen unter Anderem eine dringend notwendige Europäische Datenschutzverordnung und mehr Transparenz bei Datenerfassung und -verrbeitung. Notwendig sei außerdem eine „Stärkung von digitaler Zivilgesellschaft“ und „digitaler Kompetenz […] [im] Umgang mit den eigenen persönlichen Daten“. Die Studie „Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag“ kann als Kurzfassung und vollständig heruntergeladen werden.

Google Reader Alternative selfoss: Eigenen webbasierten Feed-Reader betreiben

Der Google Reader schließt zum 1. Juli 2013 seine Pforten. Landauf landab werden Alternativen präsentiert. Wer weiter webbasiert seine Feeds lesen möchte und nicht auf spezielle Browsererweiterungen oder Handyapps zurückgreifen möchte, muss allerdings ein wenig suchen. Eine Möglichkeit bietet sich mit der Open Source Software selfoss von Tobias Zeising.

Vorraussetzungen

  • Ein eigener Webserver, der PHP-Dateien ausführen kann (ein kostenfreier Anbieter wie bplaced reicht aus)
  • Eine Möglichkeit Cronjobs auszuführen (auf cronjob.de geht das kostenfrei)
  • Zur Verwaltung der Daten ist die Nutzung von MySQL-Datenbanken möglich, aber nicht erforderlich (die Daten werden dann in Datenbankdateien direkt auf den Server gespeichert)

Installation

  1. Herunterladen der aktuellen Version von selfoss und entpacken der ZIP-Datei
  2. Hochladen der Ordner und Dateien auf den Server
  3. Den Ordnern data/cache, data/favicons, data/logs, data/thumbnails, data/sqlite und public/ volle Schreibrechte gewähren
  4. Die Datei default.ini kopieren, in config.ini umbenennen und bearbeiten und auf den Webserver hochladen (weitere Infos in der Dokumentation, für die Basisfunktionalität ist eine Bearbeitung erstmal nicht nötig)
  5. Den Cronjob so einstellen, dass er regelmäßig http://deineurl/update abruft

Intergration der Google Reader-Feeds

  1. In Google Takeout einen Datenexport generieren und diesen herunterladen
  2. Aus der ZIP-Datei die subscriptions.xml herausnehmen und unter http://deineurl/opml hochladen

selfoss integriert dann alle bisher im Google Reader gelesenen Feeds. Die Anwendung ist nicht nur unter freier Lizenz, sondern auch kostenlos. Sie bietet die Möglichkeit eines Zugangs mit Nutzernamen und Passwort (dazu unter http://deineurl/password den Hash-Code für das Passwort generieren und in die config.ini eintragen) und ist in deutscher Sprache verfügbar. Mit einigen Einstellungen in der config.ini lässt sich die Ausgabe der Feeds anpassen.

Vorteile

  • Die Daten liegen auf den Webservern, auf denen ich sie ablege und es ist „in meiner Hand“, was mit ihnen geschieht
  • Installation geht leicht von der Hand und selfoss ist gut dokumentiert

Nachteile

  • Wer bisher exzessiv Google-Dienste nutzte, muss nun (wie bei allen anderen Alternativen) eine weitere Software nutzen
  • Die Software erfordert einen eigenen Webspeicherplatz

Was Deutschland sucht: Soziale Netzwerke

Der Suchmaschinengigant hat seinen jährlichen „Zeitgeist“ veröffentlicht. Länderweise werden so die häufigsten Suchbegriffe oder Trends im Suchverhalten der Nutzer veröffentlicht. Auf Platz eins und zwei sind im Jahr 2010 bei den Suchbegriffen: Facebook und Youtube. In der TopTen außerdem: GMX, eBay und Google. Mal ganz abgesehen davon, warum Menschen das Wort „Google“ googlen: Es scheint einen Trend zu geben nicht Lesezeichen oder die Adresseingabeleiste für den Start ins Surfvergnügen zu wählen, sondern die Suchfunktion von Google. Viele Browser haben die Suchmaschine standardmäßig als Startseite. Anstatt hier die bevorzugte Website einzustellen, wird ersteinmal eine Suchanfrage abgesendet. Effektivität sieht anders aus. Bei den meist gesuchten Nachrichten überrascht, dass Eurovision Songcontest – Gewinnerin Lena nur auf Platz 10 zu finden ist. Geschlagen wird sie von Menowin Fröhlich oder Daniela Katzenberger, die sie aber in den Bildsuchanfragen und bei den meist gesuchtesten Personen hinter sich lassen kann. Und hier die beliebtesten Suchanfragen im Überblick:

  • Schnellst wachsendster Suchbegriff: WM 2010
  • Beliebtestes Produkt: ipod
  • Häufigster Suchbegriff: Facebook
  • Meist gesuchteste Person: Lena Meyer-Landrut
  • Meist gesuchteste Nachricht: Bayern
  • Beliebteste Bildersuchen: ipad

Google Maps jetzt mit kurzen URLs

Eine neue Funktion im „Labs“-Verzeichnis des Karten- und Routenplanungsdienstes GoogleMaps liefert ab sofort kurze URLs. Die Adresse zu einer Satellitenansicht von München – http://goo.gl/maps/dGMs – wird so von 89 Zeichen auf 23 Zeichen gekürzt. Besonders für all diejenigen, die gerne Links zu Routenplanungen oder Orten in E-Mail oder im Instant Messenger einfügen ist das eine große Verbesserung, da ein ungünstiger Umbruch und somit eine fehlende Klickbarkeit der Verknüpfung vorgebeugt wird. Die Funktion lässt sich wie folgt aktivieren: Auf maps.google.com den Labs-Icon („Neu!“) in der rechten oberen Ecke klicken und die Funktion „Kurze URL“ aktivieren. Auf „Änderungen speichern“ klicken, womöglich die Website neu laden und absofort sind die Links unter „Link“ (rechts über der Karte) verkürzt.

Google Buzz deaktivieren

Google hat kürzlich seinen neuen Live-Nachrichten-Dienst Buzz in GoogleMail automatisch aktiviert. Das verschwinden lassen des Dienstes funktioniert relativ einfach. In der Fußzeile ist ein Link mit dem Titel „Buzz deaktivieren“. Nach einem Klick ist Buzz verschwunden. Außerdem ein Hinweis für alle, die nicht möchten, dass öffentlich sichtbar ist wer die eigenen mitliest und gelesen wird: Im Google-Profil kann die Option „Die Liste der Personen anzeigen, bei denen ich mitlese und die bei mir mitlesen“ deaktiviert werden um dies zu verhindern. Dies ist sobald möglich, sobald Buzz einmal aktiviert wurde. Die Option besteht auch, wenn Buzz zwischenzeitlich deaktiviert wurde. Der Iran, so meldet Golem, hat übrigens GoogleMail seit gestern komplett blockiert.

YouTube startet Movie Channel

Es ist soweit. YouTube mausert sich weiter von der nutzergenerierten Online-Community zu einer Medienplattform, die durch Unternehmen der Film- und Fernsehbranche gefüttert wird. Hatten sich zuletzt ARD und ZDF sich mit ihren Inhalten in das unentdeckte Land gewagt, wurde vor einigen Tagen der YouTube Movie Channel gestartet. Mit „Supersize Me“ steht beispielsweise eine bekannte Dokumentation zum Ansehen bereit, aber nicht alle Filme sind in Deutschland verfügbar.  „Cliffhanger“ mit Sylvester Stallone ist zum Beispiel nicht zugänglich. Aber ein Anfang ist das Ganze ja schon einmal.

Duplicate Content bei Google ausschließen

Google hat in seinem offiziellen Blog „Webmaster Central“ eine neue Möglichkeit veröffentlicht doppelte Inhalte einer Website im Suchmaschinen-Index vorzubeugen. Konkret geht es darum, dass zum Beispiel durch Archivseiten oder Schlagwortübersichten Inhalte eines Artikels oder einer Seite nocheinmal ausgegeben werden, oder dies über verschiedene Schreibweise eine URL geschieht. Mit einem <link>-Tag, der im <head>-Bereich der Website angegeben wird kann nun – zumindest im Hinblick auf Google – Abhilfe geschaffen werden. Mit dem Code

würde beispielsweise Google informieren, dass diese Website anderen Duplikaten im Index vorzuziehen ist. Google weißt jedoch darauf hin, dass der -Tag nur ein Hinweis für ihre Suchbots ist und keine Garantie gegeben wird, dass diesem auch Folge geleistet wird.

Update: Den Artikel von Google gibt es nun auch im deutschen Blog des Unternehmens.

Mozilla Firefox im Bezug auf Datenschutz und Usability optimieren

Mozilla Firefox ist über die vergangenen Jahre zu einem der beliebtesten Internetbrowser aufgestiegen, nicht zuletzt weil er durch seine Erweiterbarkeit und Sicherheit überzeugt. Auch wenn der „Feuerfuchs“, wie er im deutschsprachigen Internet gerne wörtlich übersetzt wird, auch wieder hier und da kleine Macken vorzuweisen hat, ist er nach wie vor empfehlenswert. Mit den nachfolgenden Erweiterungen kann Firefox im Bezug auf Datenschutz und Usability nach- bzw. aufgerüstet werden. Die Auflistung versteht sich nicht als vollständig, Hinweise in den Kommentaren sind willkommen.

  • Adblock Plus entfernt Werbung aus Internetangeboten. Ob Bild- oder Textlinks, effektiv wird Werbung aller Art bei Seite geschafft. Zusätzlich gibt es einen Filter (hier unter „Verschiedenes“), der Tracking-Server blockiert und so die Nachverfolgung von Bewegungen des Nutzers auf der Website verhindert.
  • Viele Websites speichern Cookies auf ihrem PC, respektive Laptop, ohne das es für die Nutzung wirklich nötig ist. CS Lite schafft hier Abhilfe und ermöglicht eine einfache Konfiguration des Cookie-Zugriffs.
  • Google ist für viele Internetnutzer nicht mehr nur Suchmaschine, sondern auch E-Mail-Dienst oder Fotoplattform. Mit CustomizeGoogle können zum einen zusätzliche Funktionen zugeschaltet werden, zum anderen ist es auch möglich beispielsweise die Klick-Verfolgung oder die Speicherung von Daten bei Googles Statistiktool Analytics zu verhindern.
  • Flash ist besonders im Bereich von multimedialen Inhalten nicht mehr wegzudenken. Doch auch hier ist es nützlich, die Kontrolle zu haben, welche Website diese Anzeigen darf, und auf welcher ich als Nutzer, davor verschont bleiben möchte. Flashblock schafft Abhilfe.
  • Wer kennt das nicht? Ein Text von einer Website in ein Textverarbeitungsprogramm kopiert macht nicht, was ich als Nutzer will. Mit Extended Copy Menu kann der Text als „Rein-Text“ kopiert werden und wird so ohne Formtierung in der Zwischenablage für die Weiterverwendung gespeichert.
  • Grundsätzlich ist Java und JavaScript nützlich, es macht Websites funktionsreicher und teilweise auch schneller. Doch kann ihr Zugriff auch bösartigen oder datenfischenden Hintergrund haben. Mit QuickJava lässt sich das ganze leicht kontrollieren.
  • Viele Internetangebote verlangen die Angabe einer E-Mail-Adresse, obwohl der Nutzer vielleicht nur mal kurz antesten wollte. Oft ist das auch ein Grund für ein hohes SPAM-Aufkommen im eigenen E-Mail-Postfach. Mit der Erweiterung von Spamavert.com lassen sich leicht temporäre E-Mail-Adressen erzeugen, mit denen Registrationsmails empfangen werden können.
  • Wer nicht will, dass Internetangebot erfahren, wie der Nutzer zu ihnen gelangt ist, ist mit RefControl gut bedient. Mittels Klick lässt sich das Senden eines HTTP-Referers unterbinden.
  • Websiteentwickler und -designer nennen dieses Add-On meist als ihr Standardwerkzeug: Web Developer bietet eine Menüleiste mit vielen interessanten Funktionen.
  • Sage ist eine empfehlenswerte Erweiterung für all diejenigen, die neue Artikel von Weblogs oder Internetangeboten gerne per RSS-Feed verfolgen. Der Vorteil: Sage verbraucht relativ wenig Systemressourcen und macht ein seperates Programm für die Lektüre von RSS-Feeds überflüssig. Übrigens: Über metafakten.de/feed/ können die Artikel von metafakten aboniert werden.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Eine Vielzahl der Erweiterungen für Mozilla Firefox sind unter erweiterungen.de auch auf in deutscher Sprache erhältlich. Bei weniger populären Add-Ons ist manchmal der aktuellste Stand jedoch nur auf mozilla.org oder bei den entsprechenden Entwicklern erhältlich. Grundsätzlich ist es sinnvoll Erweiterungen nur von Websites zu nutzen, denen ich mein Vertrauen schenke, da sich auch Schadprogramme dahinter verbergen können.