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Die Quittung von Facebook und Gmail

Die Übertragung von Daten an Internetgiganten wie Facebook oder Google bringt eine enorme Umverteilung von Wohlstand mit sich. Das ist der Gedankengang von Tim Wu beim New Yorker. mkalina verweist auf den Artikel Facebook Should Pay All Of Us in einem kurze Beitrag. Der Meilenstein von Facebook, so Tim Wu, sei wahrscheinlich nicht das soziale Netzwerk an sich, sondern eine Sammelstelle für Daten entwickelt zu haben in der Millionen von Menschen ohne großartige Gegenleistung persönliche Dinge abgeben.

The trick is that most people think they are getting a good deal out of Facebook; we think of Facebook to be “free,” and, as marketing professors explain, “consumers overreact to free.” Most people don’t feel like they are actually paying when the payment is personal data and when there is no specific sensation of having handed anything over. If you give each of your friends a hundred dollars, you might be out of money and will have a harder time buying dinner. But you can hand over your personal details or photos to one hundred merchants without feeling any poorer.

Ist das Bezahlen mit der eigenen Identität im Freundeskreis noch relativ unverfänglich, verhilft es Facebook zu einer großen Macht und letztlich zu dem Wert, an den die Aktionäre des Unternehmens fest glauben. Drei Milliarden Dollar Gewinn standen für Facebook am Ende des letzten Jahres. Tim Wu stellt fest: „It’s like a virtual Fort Knox—with a gold mine attached to it.“ Wie Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 10 finanzieren wird, ist dann wohl keine offene Frage mehr.

Studie: Ständige Bewertung auf Basis persönlicher Daten in der Überwachungsgesellschaft

Das Institut für kritische digitale Kultur Cracked Labs aus Wien hat im November 2014 eine Studie zum Thema Online Tracking und Big Data veröffentlicht. Sie bespricht zahlreiche Einsatzgebiete von Datenerfassung und -verarbeitung. Es wird deutlich, dass bei Google, Facebook & Co erhobene Daten nicht nur zur Vermarktung und in der Werbeindustrie eine Rolle spielen. Aufgrund von Nutzungsverhalten werden umfangreiche Personenprofile angelegt, die beispielsweise auch im Versicherungswesen und in der Personalwirtschaft verwertet werden.

Sogar das Surfverhalten auf der Website oder die Art, wie der Online-Kreditantrag ausgefüllt wird, fließen [bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit] ein – und die Häufigkeit der Nutzung der Löschtaste. […] [Bei der Bewertung von Bewerbern] fließen die Daten von inzwischen drei Millionen Personen ein – von Beschäftigungshistorie und Arbeitsleistung bis zur Anzahl der „Social Media“-Accounts oder dem benutzten Browser bei der Online-Bewerbung.

Konkrete Folgen von Datenerfassung und deren Verarbeitung lassen sich auch beim Einkauf über das Internet feststellen. Je nachdem, welches Endgerät von welchem Hersteller ein Kunde nutze, kann es zu Preisunterschieden in Online-Shops bis zum 166 Prozent kommen.

Beim Online-Reisebuchungsportal Orbitz wurde bei Nutzung eines Mac-Computers eine Auswahl von um bis zu 13% teurerer Hotels angeboten als mit einem PC. KonsumentInnen haben bei derartigen Praktiken keine Chance mehr, zu verstehen, wie ihr individueller Preis oder die Auswahl der ihnen angebotenen Produkte zustande kommen.

Die Studie stellt fest, dass eine „Überwachungsgesellschaft Realität geworden ist, in der die Bevölkerung ständig auf Basis persönlicher Daten bewertet, klassifiziert und sortiert wird.“ Für den Einzelnen sei es hingegen nicht nachvollziehbar welche Daten, aus welcher Quelle für was verwendet werden.

Abgesehen von Fehlern bei der Erfassung der gesammelten Daten können Fehler in den Prognosemodellen und damit falsche Schlussfolgerungen massive negative Auswirkungen auf Einzelne haben. Big Data ist weit von wirklicher Objektivität oder Zuverlässigkeit entfernt. Die Prognosen sind prinzipiell unscharf, da sie auf Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten beruhen. Wer beispielsweise die falschen Personen kennt, im falschen Bezirk wohnt oder sich in der Smartphone-App „falsch“ verhält, wird in einer bestimmten Art und Weise klassifiziert und muss die Konsequenzen tragen, ohne Einfluss darauf zu haben. Auch eine Verweigerung […] kann Konsequenzen haben: Wenn keine oder zu wenige Daten über eine Person vorhanden sind, schätzt ein Unternehmen das Risiko für eine Kundenbeziehung unter Umständen prinzipiell als zu hoch ein.

Die Studie fordert deswegen unter Anderem eine dringend notwendige Europäische Datenschutzverordnung und mehr Transparenz bei Datenerfassung und -verrbeitung. Notwendig sei außerdem eine „Stärkung von digitaler Zivilgesellschaft“ und „digitaler Kompetenz […] [im] Umgang mit den eigenen persönlichen Daten“. Die Studie „Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag“ kann als Kurzfassung und vollständig heruntergeladen werden.

Facebook: Automatische Videowiedergabe deaktivieren

Facebook ermöglicht seit Kurzem die automatische Wiedergabe von Videos zu deaktivieren. Dazu kann unter Einstellungen > Videos bei „Videos automatisch abspielen“ die Option „Aus“ gewählt werden. Das Deaktivieren der Funktion in der Facebook-Handyapp ist auf einer eigenen Hilfeseite erklärt. Hier kann die Wiedergabe generell deaktiviert, oder so konfiguriert werden, dass sie nur bei WLAN-Nutzung anspringt.

Facebook-Anzeigen können zu wertlosen Likes führen

Derek Muller, Wissenschaftler und Journalist, hat Facebook-Likes unter die Lupe genommen und kommt deren Wertlosigkeit auf die Spur. Denn scheinbar werden sogenannte „Fake-Likes“ nicht nur durch den durch Facebook verbotenen Kauf bei zweifelhaften Klickfarm-Betreibern generiert, sondern entstehen auch bei Nutzung der Facebook-Eigenen Anzeigen. Mullers Fazit: Die Anzeigenschaltung auf Facebook ist rausgeschmissenes Geld und führt sogar dazu, dass „echte Fans“ die eigenen Aktivitäten weniger wahrnehmen.

https://www.youtube.com/watch?v=oVfHeWTKjag

Wikipedia TopTen 2012: Sackgasse – Deutschland – Nekrolog 2012

Sackgasse, Deutschland und Nekrolog 2012 sind die am meisten gelesenen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia im Jahr 2012. Was sagt das über die Nutzerinnen und Nutzer der Online-Enzyklopädie aus? Das Heimatland scheint viele Nutzer weltweit in die verschiedenen Sprachversionen zu locken: Russland in Russland, Polen in Polen, Brasilien in der portugiesischen Version und Rumänien in der rumänischen landeten jeweils auf Platz Eins. Facebook, der meistbesuchte Artikel in der englischsprachigen Wikipedia, landet in Deutschland zwar nur auf Platz zehn ist aber in vielen der 35 Sprachversionen die auf Wikimedias Toolserver ausgewertet wurden in der Top Ten wiederzufinden.

Und eine kleine Anekdote für Verschwörungstheoretiker ist auch dabei: Der siebte Buchstabe im Alphabet ist in der deutschsprachigen Wikipedia auf Platz sieben gelandet. Und hier die zehn beliebtesten Artikel im Überblick:

  1. Sackgasse (~10,2 Millionen Views)
  2. Deutschland (~6,4 Millionen Views)
  3. Nekrolog 2012 (~6,1 Millionen Views)
  4. How I Met Your Mother (~5,3 Millionen Views)
  5. The Big Bang Theory (~4,9 Millionen Views)
  6. Fußball-Europameisterschaft 2012 (~4,8 Millionen Views)
  7. G (~3,7 Millionen Views)
  8. Two and a Half Men (~3 Millionen Views)
  9. Game of Thrones (~2,9 Millionen Views)
  10. Facebook (2,8 Millionen Views)

Zwei Tode bestimmen Facebook-Themen 2011

Der Tod von Osama Bin Laden im internationalen und der von Sängerin Amy Winehouse im deutschlandweiten Vergleich waren 2011 die führenden Themen auf Facebook. In Deutschland tummeln sich außerdem Karl-Theodor zu Guttenberg, EHEC oder der BVB in den Top Ten. Mehr im Artikel bei allfacebook.de.

Überholt Facebook bald Myspace in Sachen Nutzerzahlen?

Schlichtheit, Privatsphäre und Erwachsenenwelt (?) gegen Glitzerprofile, „Das sind Dinge, die ich gar nicht wissen will“, Rechtschreibfehler und Teenager-, respektive Musikplattform. Zwar scheint dieser Kampf in den USA weiter klar für das Netzwerk Myspace auszugehen, neue Zahlen aus dem April 2008 sprechen nun von einem Patt zwischen den Kontrahenten im internationalen Vergleich. 150 Millionen Unique Visitors können beide verbuchen und so liegen sie erstmals seit ihrer Gründung 2003 (MySpace) und 2004 (Facebook) gleichauf. Beim Anteil der durch den Analysedienst Alexa erfassten Internetnutzer liegt Facebook mit 7,9% knapp vor Myspace mit 7,4% im Drei-Monats-Schnitt. Kein schlechter Zeitpunkt für letztere Plattform also, mit einem neuen Design sich in geordnetere Bahnen – zumindest außerhalb der Profilseiten – zu wagen.