Schlagwort: Creative Commons

OpenSource-Film: „Der Geist der Biker“ unter CreativeCommons-Lizenz veröffentlicht

Das Leipziger Kreativkollektiv VEB Film rund um den Filmemacher Stefan Kluge hat heute seinen dritten Film unter CreativeCommons-Lizenz veröffentlicht. Diesmal hat es nicht weniger als fünf Jahre von der Ankündigung zum OpenSource-Release gedauert. Das 63minütige Roadmovie führt nach Russland.

Die abenteuerliche Reise des Dresdner Motorradclubs Metern durch das religiöse Herz Russlands, auf der Mission, ihre Maschinen vom legendären Motorrad-Priester des Black Bears Yaroslavl Motorradclubs segnen zu lassen. Sächsischer Humor und russische Gastfreundschaft vor der Kulisse der schönsten orthodoxen Klöster Russlands. Ein 63 Minuten-Gonzo-Dokumentarfilm über den universellen Geist der Biker.

Der Geist der Biker“ kann gestreamt oder heruntergeladen werden. Ebenso stehen Quelldateien bei archive.org bereit.

Webmail-Alternative: rainloop auf dem uberspace betreiben

Auf der Suche nach Alternativen zu roundcube, dass beispielsweise immer noch keine native CardDav-Synchronisation mit sich bringt, ist während dem Warten auf mailpile das Projekt rainloop aufgetaucht. Die Webmail-Software steht unter CreativeCommons-Lizenz (BY-NC-SA) und ist für den privaten Einsatz kostenlos. Die Form der Lizenzierung ist ungewöhnlich, und rainloop damit auch nicht wirklich freie Software, selbst wenn die Entwicklung auf github nachvollzogen werden kann. Aber bei einem ersten Test der Online-Demo weckt es Begeisterung und mit folgenden Schritten läuft es nach wenigen Minuten auf dem eigenen uberspace. Einige der Pluspunkte von rainloop sind:

  • schlanke Weboberfläche
  • mehrere E-Mail-Konten und/oder Identitäten in einem Account verwalten
  • CardDav-Synchronisation der Kontakte z. B. mit der eigenen ownCloud

So wandert rainloop auf den eigenen uberspace. Zuerst mit Putty (oder vergleichbaren Client) den eigenen uberspace kontaktieren. Im Beispiel wird davon ausgegangen, dass rainloop im Ordner /var/www/virtual/username/html/rainloop installiert werden soll. username und hostname sind im Zweifelsfall im Datenblatt zu finden. Nach dem Verbinden wechseln wir in das Zielverzeichnis.

cd /var/www/virtual/username/html/rainloop/

Jetzt wird die neuste Version von rainloop in das Verzeichnis geladen.

wget http://repository.rainloop.net/v2/webmail/rainloop-latest.zip

Zum Schluss wird die Zip-Datei entpackt.

unzip rainloop-latest.zip

Über username.hostname.uberspace.de/rainloop ist Rainloop nun zu erreichen. Damit ein komfortabler Zugriff möglich ist, kann noch ein Verweis für eine Subdomain angelegt werden. Dazu zunächst in das Hauptverzeichnis wechseln.

cd /var/www/virtual/username/

Dann eine Verknüpfung anlegen (am Beispiel der auf uberspace hinterlegten Adresse domain.tld):

ln -s /var/www/virtual/username/html/rainloop mail.domain.tld

Rainloop ist nun unter mail.domain.tld erreichbar. Zunächst sollten unter mail.domain.tld/?admin einige Einstellungen vorgenommen werden. Der Standardzugang admin mit dem Passwort 12345 sollte als erstes geändert werden. Unter Domains kann etwa der uberspace-Mailserver eingetragen werden. Dazu auf Add Domain gehen und die Daten eintragen. Im Anschluss sollte das Anmelden unter mail.domain.tld mit den bei uberspace eingerichteten E-Mail-Adressen möglich sein.

Übrigens: Bereits standardmässig sind Yahoo, Outlook.com oder Google Mail eingerichtet. Wer erstmal nur die Funktionen ausprobieren möchte, meldet sich einfach mit der bei einem dieser Anbieter registrierten an. Das in der Einleitung versprochene Feature der CardDav-Synchronisation gibt es nach Aktivierung der Adressbuchfunktion und eben der Synchronisation unter Contacts im Administrationsbereich. Als letzter Hinweis sei angebracht, dass rainloop in einem nutzbaren, aber nicht stabilen Entwicklungsstatus ist.

Wem gehört die Wikipedia?

In der aktuellen Diskussion um den neuen Medienbetrachter in der deutschsprachigen Wikipedia kam es zu einer Machtprobe zwischen von Autoren gewählten Administratoren und der Betreiberin der Wissensplattform, der Wikimedia Foundation (WMF). Ein Meinungsbild hatte ergeben, dass sich 190 von 262 teilnehmenden Nutzern für eine standardmässige Abschaltung der neuen Funktion aussprechen. Nach Feststellung dieses Ergebnisses meldete sich Fabrice Florin, Produktmanager bei der WMF zu Wort und verkündete, dass diesem Wunsch nicht nachgekommen werde. Seitdem versteift sich die Diskussion darauf, dass das Ergebnis des Meinungsbildes umzusetzen sei. Ein neues Meinungsbild, dass den Mitarbeitern der WMF die übergeordneten Rechte entziehen soll, findet innerhalb kürzester Zeit viele Unterstützer.

Kern des aktuellen Konflikts zwischen einigen Autoren in der deutschsprachigen Wikipedia und der WMF ist aber nicht die Frage nach der Qualität oder der Funktion des Medienbetrachters. Vielmehr geht es darum, wer in der Wikipedia das letzte Wort hat. Der Konflikt ist im Bereich der Open Source-Bewegung nichts Neues. Regelmäßig kommt es zu Forks oder Projektausstiegen, weil sich Mitwirkende uneinig sind. Prominentes Beispiel ist die Aufspaltung der freien Bürosoftware in OpenOffice und LibreOffice. Auch hier gab es Uneinigkeit zwischen ehrenamtlich Mitarbeitenden und der Firma Oracle die die Namensrechte besaß. In der Geschichte der Wikipedia gab es bereits mehrfach den Schritt zum Fork, so beispielsweise in der spanischen oder auch der deutschsprachigen Wikipedia, wie z. B. das Projekt PlusPedia.

Open Source bzw. Open Content (in der Wikipedia) funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Beteiligte lizensieren das Ergebnis ihrer eingebrachten Arbeitskraft in einer Form, die Verbreitung, Vervielfältigung, Nutzung und Weiterverarbeitung ermöglicht. Dabei gibt es verschiedene Philosophien, doch das Grundprinzip bleibt immer gleich. Bezogen auf die Wikipedia verschenken die Urheber von Texten das Recht diese beliebig zu vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen, sowie gestatten die Bearbeitung der Inhalte. Dezidiert liest sich das in den Nutzungsbedingungen so:

Wobei Ihnen [beim Beitragen zum Projekt bzw. der Bearbeitung von Inhalten] Folgendes bewusst ist: Sie stellen Ihre Beiträge unter einer freien Lizenz ein – Sie müssen Beiträge und Bearbeitungen, die Sie auf einer unserer Seiten oder in einem unserer Projekte einbringen, grundsätzlich einer freien und offenen Lizenz unterstellen (außer Ihr Beitrag ist gemeinfrei).

Anders liese sich ein Projekt wie die Wikipedia auch gar nicht betreiben. Die Betreiberin, hier die Wikimedia Foundation, würde mit der Bereitstellung der Artikel permanent Urheberrechtsverletzungen begehen, weil sie unmöglich die Rechte bei jedem einzelnen Nutzer einholen kann. Ähnlich funktionieren übrigens auch dezidiert soziale Netzwerke. In diesem Punkt sind sich die Nutzungsbedingungen von Facebook und der Wikipedia gar nicht so fremd.

Wem gehört also die Wikipedia um auf die Frage dieses Artikels zu kommen? Ideell und ein wenig philosophisch betrachtet der Menschheit, die gemeinsam Wissen sammelt und rezipiert. Die Inhalte sind frei. Der Name und die (meiste) Infrastruktur – dazu gehört neben den Servern etwa auch die Rechtsvertretung – in der sie betrieben wird der Wikimedia Foundation (WMF). Solange sich Autoren unter diesem Namen und auf diesen Servern tummeln und dort gemeinsam Wissen sammeln, geschieht das zu den Regeln der WMF.

Um das zu pointieren: In den Anfangsjahren der Wikipedia wurde kontrovers über die Finanzierung der Infrastruktur durch Werbeanzeigen diskutiert. Auch wenn diese Frage zur Zeit vom Tisch ist und die Strukturen der Foundation dies mittlerweile erschweren würden. Es ist nicht vollständig undenkbar das die WMF Werbeanzeigen zur Finanzierung der Infrastruktur einführt, insbesondere wenn das Fundraising irgendwann nicht mehr so erfolgreich verläuft wie derzeit. Die Autoren, die die Regeln der Mitarbeit in der Wikipedia mit ihren Beiträgen dort akzeptieren, müssten sich damit abfinden.

Doch der Fork – wenn auch bei der Stellung der Wikipedia ein äußerst herausforderndes Unterfangen – wäre nicht weit und so ist es letztendlich wie in jedem größeren Open-Source-Projekt: Es gibt einen ständigen Aushandlungsprozess zwischen den Betreibern und denen, die einen Beitrag leisten. Diesem wird sich auch die aktuelle Debatte um Medienbetrachter und „superprotect“-Rechte stellen müssen.

„quer sehen“ jetzt auch unter Creative Commons-Lizenz

Die Satire-Sendung extra3 und das Medienmagazin ZAPP beim NDR waren bereits vor vier Jahren Vorreiter, für unter Creative-Commons-Lizenz gestellte Inhalte bei öffentlich-rechtlichen Sendern. Seit April diesen Jahres hat die bayerische Satire-Sendung quer mitgezogen. Zwei Rubriken waren seither unter der CC-BY-NC-ND (Namensnennung, keine komerzielle Veröffentlichung, keine Bearbeitung) verfügbar. Nun zeigt man sich galant und veröffentlicht mit „Outtakes“ weitere Videos unter der Lizenz. Ein Schritt in die richtige Richtung um die Weiterveröffentlichung der Inhalte im Netz zu ermöglichen.

Wikipedia integriert OpenStreetMap

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia hat vor Kurzem den Kartendienst OpenStreetMap in sein Angebot integriert. Es besteht ab sofort die Möglichkeit Karten direkt in Artikel anzeigen zu lassen. Beim Artikel über Frankreich ist dies beispielsweise bereits möglich. Mit der Georeferenzierung hatte man seit langer Zeit daran gearbeitet Artikel mittels Koordinatenangaben zu „verorten“. Mit der neuen Funktion ist nun die Anzeige einer Karte unmittelbar im Artikel möglich. Dies ist wohl auch den vergangenen Lizenzumstellungen beim Enzyklopädie-Projekt zu verdanken. Mit der Creative-Commons Lizenz „CC-BY-SA“ verwendet man bei Wikipedia nun die gleiche Lizenz wie das Kartenprojekt OpenStreetMap. Die Lizenz ermöglicht die Weiterverwendung von Inhalten bei Namensnennung des Urhebers und Nutzung gleicher Lizenz.

CreativeCommons veröffentlicht Public Domain – Signet

Die Creative Commons Corporation hat ein Logo zur Kennzeichnung von Inhalten veröffentlicht, die unter der Lizenz „Public Domain“ stehen. Damit ist der letzte Schritt zur Aufnahme von Public Domain in die Lizenzreihe von Creative Commons vollzogen. Die Lizenz gewährt dem Nutzer die weitgehensten Möglichkeiten zur Verbreitung und Weiterverarbeitung eines Werkes. Die europäische Digitalbibliothek Europeana will laut Angaben von Creative Commons Deutschland die Lizenz und das Logo im kommenden Jahr großflächig anwenden.

Die Millionen in der deutschen Wikipedia

„Die erste Millionen“ – so steht es im gold gefärbten Logo der deutschsprachigen Version der Internetenzyklopädie Wikipedia. Nach der englischen Mutter – oder Schwester – sind die Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die zweiten, die die Millionenhürde überschreiten. Dabei gab es gerade in den letzten Monaten vielen Debatten wo die rechte Wage zwischen Quantität und Qualität ist. Das drückt sich nun auch beim Millionsten Artikel aus. Artikel Nummer 1.000.000 ist, sofern er nicht gelöscht wird, der Eintrag über einen us-amerikanischen Gärtner namens Ernie Wason. Sollte dieser in den nächsten Tagen wegen fehlender Relevanz gelöscht werden hat man gleich ausgesorgt: Peter Busch, bzw. der Artikel über ihn, würde folgen.

Wikipedia bald unter Doppellizenz – Creative Commons kommt

Schon seit langem war die Lizenzierung der Inhalte eines der Themen, die die Autoren von Wikipedia neben der Arbeit an Artikeln beschäftigte. Die Problematik war durch die Lizenz begründet, die zu den Anfängen der Enzyklopädie ausgewählt worden war: Die GNU Free Documentation License wurde ursprünglich für Software geschrieben und war und ist in der Praxis schwer für die Inhalte eines Lexikons einsetzbar, wenn es zum Beispiel um die lizenzkonforme Weiterverwendung geht. Mit einem internationalen Meinungsbild, dass eine Doppellizenzierung der Inhalte mit einer Creative Commons-Lizenz vorschlug, wurden die Stimmen der Autoren eingefangen. Knappe 18% kamen dabei von Nutzern der deutschsprachigen Wikipedia und das Ergebnis war deutlich. 75,8% der beteiligten Autoren stimmten für die Doppellizenzierung unter GFDL und der „Creative Commons BY-SA“-Lizenz. Diese ermöglicht eine Weiterverwendung der Inhalte, wenn sie unter der gleichen Lizenz wiederveröffentlicht werden und eine Namensnennung erfolgt.

Ganz unumstritten ist diese Neuerung, die nun auch vom Kuratorium der Wikimedia Foundation beschlossen wurde, nicht. Mit 3.104 Nutzern hat nur ein Bruchteil der registrierten Autoren der deutschsprachigen Wikipedia eine Stimme abgegeben. Ab sofort wird die Änderung jedoch unweigerlich alle Artikelschreiber betreffen. Es bleibt abzuwarten wie Gelegenheitsautoren und solche, die eher wenig in Diskussionen „hinter“ dem Projekt beteiligt sind, auf die vollendeten Tatsachen reagieren. Einen Vergleich der neuen und der alten Lizenz gibt es übrigens übersichtlich im Metawiki.